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Entgiftung und Entschlackung - Was ist das eigentlich?

In Medizinerkreisen werden die "Allerweltsbegriffe" Entgiftung und Entschlackung zum großen Teil als Unfug oder einfach als nicht existent beschrieben. Kein Wunder, wenn zum Teil dubiose Anbieter alle möglichen Produkte genau zu diesem "Zweck" anbieten.

Deswegen ist es an der Zeit diese Begriffe einmal genauer zu definieren und die Vorgänge zu beleuchten, die damit verbunden sind.

Wenden wir uns erst einmal dem Begriff der Entgiftung zu

Täglich ist unser Körper unzähligen Giften aus den verschiedensten Quellen ausgesetzt: Obst und Gemüse sind mit Pestiziden, Herbiziden, Kunstdüngern und anderen Chemikalien belastet. Tierische Produkte wie Fleisch Eier oder Milch enthalten häufig Antibiotika, Dioxin und andere gefährliche Stoffe. Besonders bei tierischen Produkten aus Massentierhaltung ist die Belastung hoch. Doch auch bei der Zubereitung der Nahrung werden viele bedenkliche Stoffe zugesetzt: Konservierungs- und Farbstoffe, Geschmacksverstärker und natürlich die ganze Palette der (weiteren) Zusatzstoffe, die mal mehr oder weniger als "bedenklich" beurteilt werden.

Aber damit ist es noch lange nicht genug. Unsere Atemluft ist durchsetzt von Abgasen, Rußpartikeln und Feinstäuben. Und unsere Haut kommt mit Duschgel, Shampoo, Haargel, Tönung, Rasierwasser, Make-up und Lippenstift und einer weiteren bunten Mischung von Chemikalien in Kontakt.

Und in den eigenen vier Wänden sind es die Baustoffe, Möbel, Kleidungsstoffe und Teppiche, die giftige Stoffe ausdünsten können. Selbst Trinkwasser wird häufig in Plastikflaschen angeboten, aus denen sich Weichmacher lösen können oder auch mit Schwermetallen aus zu alten Rohren aus der Leitung fließt.

Doch auch unser Körper selbst bildet Giftstoffe: Falsche und zu einseitige Ernährung und andere Faktoren sorgen für eine zu hohe Konzentration an Säuren, die den Körper belasten, das Bindegewebe lähmen und das Immunsystem behindern.

Dazu kommen die Gifte, die wir freiwillig zu uns nehmen: Koffein, Alkohol, Nikotin und Drogen. Auch Zucker hat in den Mengen, in denen viele Menschen ihn zu sich nehmen, deutlich schädigende Wirkungen auf den Körper.

Diese Giftmischung schadet dem Körper ganz erheblich. Diffuse Beschwerden wie Energielosigkeit oder Abwehrschwäche können genauso mit Giftstoffen in Verbindung stehen wie schwere Erkrankungen, zum Beispiel Depressionen, Krebs oder multiple Sklerose.

Zum Glück sind wir diesen Giften nicht ganz schutzlos ausgeliefert. Eine Möglichkeit, mit ihnen umzugehen, besteht darin, die Aufnahme so weit wie möglich zu vermeiden. Ganz wird das nie gelingen, aber viele Giftstoffe sind durch gesunde Ernährung, hochwertige (Bio-)Nahrungsmittel und bewusstes Einkaufsverhalten zu vermeiden. Diesen Weg empfehle ich prinzipiell, denn Gift, das nicht in den Körper aufgenommen wurde, muss auch nicht mühsam wieder ausgeleitet werden.

Doch auch für die Gifte, die sich schon im Körper befinden, gibt es eine Lösung. Diese heißt Entgiften. Viele Gifte können wieder aus dem Körper gelöst und ausgeleitet werden. So werden weitere Schädigungen verhindert und oft viel der ursprünglichen Vitalität und Gesundheit wiederhergestellt.

Prinzipiell verfolgt eine Entgiftung zwei Ziele:

  1. Die Organe, die an der Ausleitung von Giften beteiligt sind, müssen geschützt und gekräftigt werden.
  2. Die eingelagerten Giftstoffe müssen gelöst und ausgeleitet werden.

Dazu gibt es in der Schulmedizin und in der "Alternativmedizin" ganz verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel:

  • In der klinischen Medizin wird z.B. sogenanntes DMPS injiziert oder oral eingenommen, um Schwermetalle zu binden und auszuscheiden.
  • Auch Mariendistel-Präparate werden zum Entgiften eingesetzt (wobei dieser Begriffe für die Mariendistel gar nicht passt, denn die Wirkstoffe der Mariendistel entgiften gar nicht, sondern schützen die Leberzellen vor der Vergiftung, was man sich zum Beispiel in der klinischen Medizin bei Knollenblätterpilz-Vergiftungen zu nutze macht).
  • Andere Pflanzen werden in der Naturheilkunde eine "ausleitende" und "entgiftende" Wirkung zugeschrieben, wie zum Beispiel der Brennnessel, Löwenzahn, Aronienbeeren, Knoblauch, Wacholder und viele anderen.
  • Als Haupt-Entgiftungsorgan gilt natürlich die Leber - was in gewisser Weise auch stimmt. Alle Maßnahmen, die die Leber stärken und schützen, unterstützen also auch den Entgiftungsprozess. Das ist ein klassischer Ansatz vieler Naturheilkundiger.
  • Fasten wird vielfach als ein wirkungsvolles Mittel zum Entgiften angepriesen. Durch die Umstellung auf den Fastenstoffwechsel ist der Körper gezwungen, eingelagerte Reserven zu verbrauchen. Dabei werden auch viele Giftstoffe gelöst und ausgeschieden. Die Entgiftung lässt sich während des Fastens auf vielfältige Weise unterstützen - doch auch dabei ist in gewisser Weise Vorsicht geboten!
  • Und dann kommen noch zahlreiche weitere Verfahren daher, die mit "Entgiftung" werben: die Homöopathie, die Therapie mit Heilpilzen oder natürlich die Algen-Präparate.
  • Und schließlich natürlich noch die ganze Riege der Darmspülungen usw., die den Darm reinigen und "entschlacken" sollen... -- Und das bringt uns zu dem Begriff der "Entschlackung"...

Der viel strapazierte Begriff der "Entschlackung"

Wenn das Wort Entschlackung fällt, ziehen viele Schulmediziner genervt oder amüsiert die Augenbrauen hoch und behaupten, im menschlichen Körper gebe es gar keine Schlacken. Das ist auch kein Wunder, wenn man sich anschaut, was alles für Mittel zu dieser "Entschlackung des Körpers" angeboten wird.

Deshalb halte ich es für dringend notwendig, genauer zu klären, was der Volksmund und die Naturmedizin unter Schlacken versteht und warum es wichtig ist, sich mit ihnen zu befassen.

Neben den vielen Giften (wie oben kurz angedeutet), die von außen in den Körper gelangen, produziert auch der Körper selbst eine Menge Stoffe, die er verarbeiten muss: Säuren, Gerbstoffe, Hormone, Stoffwechselprodukte und vieles mehr. Ein gesunder Körper scheidet diese schädlichen Stoffe wieder aus. Diese Grundgesundheit ist aber bei vielen Menschen nicht mehr gegeben. Falsche und einseitige Ernährung, zu wenig Bewegung und zu viel Stress sorgen zudem für ein massives Überangebot an Säuren, die der Körper nicht verwerten und oft auch nicht ausscheiden kann.

Wird der Körper mit den Säuren, Abfallprodukten und Schadstoffen nicht mehr fertig, lagert er sie notgedrungen im Körper ein. Weil sie dort zunächst keinen Schaden anrichten, landen sie meist im Bindegewebe und in den Fettzellen. Der Plan des Körpers ist, sie bei nächster Gelegenheit wieder aus den Zellen zu lösen und auszuscheiden. Wenn aber ständig zu viele Säuren und andere schädliche Stoffe den Körper überschwemmen, kommt diese Gelegenheit nie. Im Gegenteil: Es werden mehr und mehr Schadstoffe und körpereigene Abfallprodukte im Körper eingelagert. Diese Ablagerungen nennen wir Schlacken.

Auf Dauer und in großen Mengen richten sie im Körper großen Schaden an. Gicht ist zum Beispiel die Folge von Harnsäurekristallen, die in den Gelenken eingelagert wurden. Auch Rheuma und Arthrose, Autokomplex-Krankheiten und vielfältige Entzündungen können die Folge von Schlacken sein. Doch selbst wenn es nicht ganz so schlimm kommt, sorgen die Ablagerungen für Müdigkeit, Energielosigkeit und ein gestörtes Immunsystem.

Eine gute Möglichkeit zur Entschlackung könnte daher zum Beispiel das Heilfasten sein: Während des Fastens gelangen nämlich kaum neue Schadstoffe in den Körper. Gleichzeitig muss dieser so gut wie keine Energie auf die Verdauung verwenden und viel weniger Magensäure und andere Verdauungssäfte produzieren. Damit ist nun endlich die Gelegenheit für den Körper gekommen, sich zu reinigen und die alten Zwischendepots wieder zu leeren.

Eine wichtige Rolle bei der Entschlackung spielt der Darm, denn auch dort lagern sich viele überflüssige und schädliche Stoffe an. Dadurch wird die Passage für den Darminhalt immer schwieriger, was zu massiven Verdauungsproblemen führen kann. Die Ablagerungen bilden außerdem den idealen Nährboden für Keime, Würmer und Pilze, die für weitere Gesundheitsprobleme sorgen. Zusätzlich wird der Darm durch die Ablagerungen in seiner Arbeit behindert und kann nicht mehr alle Nährstoffe aus der Nahrung lösen. Deshalb ist während des Fastens die Darmreinigung so wichtig. Sie unterstützt den Körper bei seiner Reinigung.