Es gibt schlechte Neuigkeiten in Bezug auf Glyphosat. Zuvor aber noch mal ein Rückblick auf die Beiträge, die die „alten Neuigkeiten“ diskutieren:

Auch hier gibt es anscheinend wieder einmal eine Kluft zwischen wissenschaftlichen Fakten und politischen Interessen, die sich mit den Interessen der Industrie decken:

Das politische und industrielle Interesse ist so groß, dass sogar umweltschützende Grüne ihre Ideale über Bord werfen und sich dem „schnöden Mammon“ andienen:

Kein Wunder also, dass gerade die Grünen in beeindruckender Weise bei den Corona-Gen-Injektionen ihre alten Ideen in Bezug auf die Manipulation von Organismen haben fahren lassen und für die Pflicht-Genmanipulation der Bevölkerung gestimmt haben. Aber das nur am Rande.

Seit 1974 sind weltweit 8,6 Milliarden Kilogramm Glyphosat in der Umwelt verteilt worden. Davon sind zwei Drittel im letzten Jahrzehnt eingesetzt worden.

Glyphosat ist der Hauptbestandteil in Herbiziden wie Roundup, welches früher vom Hersteller Monsanto als „biologisch abbaubar“ und „umweltfreundlich“ beworben wurde. Monsanto ging sogar so weit, zu behaupten, dass die Substanz „den Boden säubere“. Im Jahr 2009 erschien ein Beitrag der BBC, der berichtete, dass Frankreichs höchstes Gericht Monsanto diesbezüglich der Lüge überführt hat.[1]

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Glyphosat und das Darmmilieu

Neben den schädlichen Wirkungen von Glyphosat auf den menschlichen Organismus, die ich in meinen Beiträgen (siehe oben) diskutiert hatte, gesellt sich jetzt eine weitere schädigende Wirkung, die möglicherweise die krebserzeugende Wirkung von Glyphosat und andere Schäden zu erklären vermag.

Im Mai 2023 erschien eine Arbeit aus den USA, die zeigen konnte, dass Glyphosat in geringen Dosierungen bereits das Darmmilieu, genauer gesagt die Zusammensetzung der Darmflora, so verändert, dass die Homöostase im Darm gestört wird.[2]

Die Forscher der Universität von Iowa gaben Mäusen Glyphosat in Konzentrationen, die von den offiziellen Behörden der USA als „akzeptabel“ eingestuft werden, das heißt 1,75 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Danach wurde der Stuhl der Tiere analysiert und die Zusammensetzung der Bakterienkulturen bestimmt. Diese Zusammensetzung zeigte sich dann als signifikant verändert, was sich auch in physiologischen Konsequenzen bemerkbar machte: Entzündungsfördernde T-Zellen und Lipocalin-2, ein Marker für Entzündungen im Verdauungstrakt, waren unter diesen geringen Konzentrationen bereits signifikant erhöht.

Wie erklärt man sich die Veränderung der Zusammensetzung?

Glyphosat tötet Unkräuter ab, indem es das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-Phosphat-Synthase (EPSPS) hemmt, das ein zentraler enzymatischer Schritt des Shikimat-Weges ist, der für die Biosynthese aromatischer Aminosäuren (Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) verantwortlich ist. Der Shikimat-Stoffwechselweg kommt hauptsächlich in Pflanzen und einigen Mikroorganismen vor, wo viele „Off-Target-Effekte“ von Glyphosat berichtet wurden.

Da Säugetiere nicht über den Shikimat-Stoffwechselweg verfügen, wurde zunächst angenommen, dass Glyphosat keine negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben könnte. Mehrere Studien haben jedoch einen Zusammenhang zwischen Glyphosat-Exposition und verschiedenen Krankheiten, einschließlich Krebs, hergestellt. Diese Ergebnisse haben dazu geführt, dass das Verständnis der potenziellen Mechanismen, durch die eine Glyphosat-Exposition toxische Wirkungen beim Menschen hervorrufen kann, immer wichtiger wird.

In diesem Zusammenhang hat sich die Darmmikrobiota als möglicher Zusammenhang zwischen Glyphosat und den beim Menschen festgestellten gesundheitlichen Beeinträchtigungen herausgestellt. Billionen von Bakterien (Darmmikrobiota), die im menschlichen Darm leben, spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des gesunden Zustands des Menschen durch die Regulierung verschiedener physiologischer Prozesse des Wirts, einschließlich der Entwicklung und Aufrechterhaltung des Immun-, Hormon- und Nervensystems.

Da Bakterien den Shikimat-Stoffwechselweg nutzen, könnte Glyphosat die Zusammensetzung der Darmmikrobiota verändern, indem es Darmbakterien hemmt, die glyphosatempfindliche EPSPS-Enzyme beherbergen.

Oder mit anderen Worten: Wer behauptet, dass Glyphosat für den Menschen unschädlich sein muss, weil hier ein Enzymsystem blockiert wird, was im menschlichen Organismus nicht vorkommt, der blendet die Bedeutung des Darmmilieus für die Gesundheit aus. Denn im Darm sitzen Bakterien, die offensichtlich empfindlich auf Glyphosat reagieren, wie zum Beispiel Lactobacillus und Bifidobacterium.

Auf der anderen Seite gibt es pathogene Bakterien, zum Beispiel Clostridium perfringens und Salmonella typhimurium, die nahezu unempfindlich auf Glyphosat reagieren, was zu einer Verschiebung der Balance zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien im Darm zugunsten der Schädlichen führt.

Da rund 80 Prozent der immunkompetenten Zellen des Organismus im Darm sitzen, dürfte dies auch für das Immunsystem von Bedeutung sein, allerdings im negativen Sinne. Über die Schwächung des Immunsystems durch diese Prozesse lässt sich auch das erhöhte Krebsrisiko durch Glyphosat-Exposition erklären, da das Immunsystem einen Hauptfaktor bei der Abwehr gegen maligne Zellen darstellt.

Fazit

Es ist seit längerem bekannt, dass Glyphosat die bakterielle Zusammensetzung im Darm in hohen Dosierungen verändert. Für die Glyphosat-Freunde ist dies das Argument, nicht auf Glyphosat zu verzichten, da geringe Konzentrationen angeblich „unschädlich“ seien. Diese Arbeit jedoch hat jetzt gezeigt, dass auch die in den Grenzwerten liegenden Konzentrationen von Glyphosat die Zusammensetzung der Darmflora so weit verändern, dass Entzündungsfaktoren aktiviert werden und damit krankheitsfördernde Prozesse im Darm begünstigt werden.

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Quellen:

[1]      BBC NEWS | Europe | Monsanto guilty in ‚false ad‘ row

[2]      Low-dose glyphosate exposure alters gut microbiota composition and modulates gut homeostasis – ScienceDirect

Beitragsbild: fotolia.com – adiruch_na_chiangmai

Auf meinen Hinweis, dass Glyphosat im Urin bei 90 Prozent der Patienten zu finden sei, bekam ich die Anfrage, wie der Rückstand denn gemessen werde. Und dass das Abbauprodukt von Glyphosat, AMPA (Aminomethylphosphonsäure) auch ein Abbauprodukt von Waschmittelresten sei. Das könnte die Bestimmung etwas unzuverlässig werden lassen.

Die Bestimmung von Glyphosat scheint etwas aufwendig zu sein. Zu diesem Zweck werden Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie (HPLC) und fluorometrische Analyseverfahren eingesetzt [1].

Bei einer Bestimmung von Glyphosat über die Messung von AMPA lässt sich natürlich nicht bestimmen, ob die gemessenen AMPA-Werte nur auf Glyphosat oder nicht auch bzw. ausschließlich aus dem Abbau von Waschmitteln stammen. Dieses Problem lässt sich leicht lösen, wenn man Glyphosat direkt analysieren lässt, was ja möglich ist. Somit besteht kein Grund, die Substanz über AMPA nachzuweisen.

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Nichtsdestotrotz könnte auch der Nachweis von AMPA interessant sein. Denn nicht nur Glyphosat, sondern auch AMPA scheint toxische Eigenschaften zu besitzen, wie ich dies im folgenden Beitrag diskutiert hatte:

Hier zitierte ich eine australische Arbeit aus dem Jahr 2016, die gezeigt hatte, dass beide, Glyphosat und AMPA, ein toxisches Potenzial besitzen, da sie sich in der Nahrungskette anreichern und damit Schritt für Schritt die Konzentrationen erhöhen [2].

Ob hier AMPA auch durch den Abbau von Waschmitteln verursacht wurde, das wurde nicht erörtert, dürfte aber für die Schadensbilanz in der Umwelt nebensächlich sein.

Eine Arbeit [3] aus dem Jahr 2018 spricht ebenfalls von kumulativen Effekten bei Glyphosat und AMPA, die auch wenig toxische Effekte nach einer gewissen Zeit zu handfesten Gesundheitsschäden verwandeln können. Außerdem kann eine Akkumulation von Glyphosat über die Einflussnahme auf Bakterienkulturen zur Antibiotikaresistenz führen.

Das toxische Potenzial von Glyphosat wird auch in einem ganz anderen Zusammenhang deutlich: Eine Arbeit [4] aus dem Jahr 2013 zeigt, dass Glyphosat Cytochrom P450 blockiert. Dieses Cytochrom ist das wichtigste Mittel des Organismus, den Körper zu entgiften. Fällt dieses Cytochrom aus bzw. ist in seiner Effizienz eingeschränkt, dann braucht es wenig Fantasie, zu begreifen, dass dies mit Gesundheit nicht vereinbar ist.

Arbeiten direkt zu AMPA scheint es nicht so viele zu geben. Hier eine Arbeit [5] aus dem Jahr 2009 aus Argentinien. Die Arbeit untersuchte die genotoxische Potenz von AMPA und stellte fest, dass in allen durchgeführten Tests AMPA genotoxische Wirkungen besaß.

Zur Frage von AMPA und Reinigungsmittel

Hierzu gibt es eine französische Arbeit [6] aus dem Jahr 2009. Die Autoren gingen wie folgt vor: Wasserproben wurden aus Oberflächengewässern, Abwasserkanälen, Regenwasserkanälen und Kläranlagen entnommen. Glyphosat und AMPA waren die meisten gefundenen Moleküle in Flüssen und überstiegen die europäischen Grenzwerte für Trinkwasser, der bei 0,1 Mikrogramm pro Liter liegt.

Die jährliche Glyphosat-Belastung liegt bei 1,9 Kilogramm in landwirtschaftlichen Zonen und bei 179,5 Kilogramm in Stadtgebieten. Hohe Konzentrationen von Glyphosat wurden während Regenfällen im Oberflächenwasser entdeckt. AMPA dagegen wurde immer nachgewiesen, auch im Produktwasser von Kläranlagen. Die Variation der Konzentration von AMPA waren im Vergleich zu denen von Glyphosat wesentlich geringer, woraus die Autoren schlossen, dass vor allem während Trockenperioden AMPA als Abbauprodukt von Reinigungsmitteln und weniger von Glyphosat zu finden war.

Allerdings handelt es sich bei dieser Arbeit um keine mit Daten belegten Erkenntnisse, sondern um Annahmen und Rückschlüsse aus anderen Beobachtungen.

Fazit

Die Bestimmung von Glyphosat und AMPA war vor 2005 technisch schwierig, was sich mit der Einführung von neuen Analyseverfahren geändert hat. Von daher ist die Bestimmung von Glyphosat im Urin technisch nicht unmöglich.

Ob AMPA in der Umwelt oder wo auch immer von Glyphosat oder Waschmittelresten herrührt, dürfte für die toxische Qualität der Substanz keinen Unterschied machen. Ein Verbot bzw. Abschaffung von Glyphosat würde auch in Bezug auf AMPA einen bedeutenden Beitrag zur Entlastung der Umwelt bedeuten.

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Quellen: 

[1] ISO 21458 – 2008-12 – Beuth.de
[2] Glyphosate: environmental contamination, toxicity and potential risks to human health via food contamination | SpringerLink
[3] Environmental and health effects of the herbicide glyphosate – PubMed
[4] Glyphosate, pathways to modern diseases II: Celiac sprue and gluten intolerance – PubMed
[5] Genotoxicity of AMPA, the environmental metabolite of glyphosate, assessed by the Comet assay and cytogenetic tests – PubMed
[6] Transfer of glyphosate and its degradate AMPA to surface waters through urban sewerage systems – PubMed

Beitragsbild: pixabay.com – habelfrank