Header Graphic
 

Die Schwermetallentgiftung mit NBMI (früher OSR) - (N,N′-Bis(2-mercaptoethyl)isophthalamid)

NBMI ist eine zyklische organische Stickstoff-Schwefelverbindung. Medizinisch bedeutsam ist die Substanz durch ihre Fähigkeit, Schwermetalle komplex zu binden und sogenannte „Chelate“ zu formen. Dadurch werden die toxischen Metalle aus den Geweben entfernt, dem Blutkreislauf zugeführt und schließlich über die Nieren ausgeschieden. Im Gegensatz zu anderen Chelat-Bildnern, die für die Detoxifikation angewendet werden, ist NBMI lipophil, kann sich also in öligen Medien lösen. Da auch Zellmembranen fettlösliche Eigenschaften besitzen, dringt NBMI leicht in jede Körperzelle ein und wird auch ohne Weiteres wieder aus ihr ausgeschleust. Auch die Blut-Hirn-Schranke, die für wasserlösliche Chelate eine fast unüberwindbare Hürde darstellt, durchdringt NBMI mühelos.

Diese Eigenschaften machen NBMI zum idealen Mittel für eine Schwermetallentgiftung, sei es eine akute oder chronifizierte Intoxikation. Selbst Zellen mit ihren Mitochondrien und das Zentralnervensystem können vom Quecksilber und anderen Schwermetallen befreit werden. 

Hauptindikation der Anwendung von NBMI ist eine nachweisbare Schwermetall-Kontamination. Aber auch Krankheiten, die vermutlich mit den toxischen Metallen im Zusammenhang stehen, werden mit dem Chelat-Bildner behandelt. Dazu zählen neurologische Erkrankungen wie Alzheimer, Autismus und Parkinson sowie Amyotrophe Lateralsklerose. Die Darreichungsform sind Kapseln zu je 100 mg.

Während der Behandlung kann es zu allergischen Reaktionen kommen sowie zu einer
anfänglichen Verschlechterung der Symptomatiken der jeweiligen Krankheiten, auf die die Entgiftung abzielt. Grund dafür ist die Überschwemmung des Körpers mit den Schwermetallen, bevor es zur renalen Ausleitung kommt. Kritisch ist die Entgiftungs-Kur mit NBMI auch dann, wenn ein Molybdän-Mangel vorherrscht. Dies sollte vorher abgeklärt und vorbehandelt werden.

NBMI war bis 2011 als Nahrungsergänzungsmittel in den USA frei verkäuflich. Dann aber wurde die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) aktiv. Die Bürokraten stuften NBMI nicht als Nahrungsergänzungsmittel, sondern als Medikament ein, obwohl nie größere Probleme bei der Anwendung aufgetreten waren. Weil der Chelat-Bildner nun unter ein anderes Kriterium fiel, wurde das Mittel kurzerhand vom Markt genommen.

Die Hersteller haben daraufhin die Zulassung als Medikament beantragt. Doch dieser Vorgang beansprucht nicht nur sehr viel Geld, sondern kann auch einige Jahre dauern. Grund dafür sind die umfangreichen Studien, die zum Wirksamkeitsnachweis erforderlich sind. Auch die Unbedenklichkeit muss erneut belegt werden, obwohl dies durch die Praxis längst bestätigt ist. Wer heute mit NBMI entgiften will, muss einen Arzt finden, der sich an der klinischen Prüfung beteiligt. Denn nur der dürfte zurzeit NBMI verschreiben.