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Entgiftung und Therapie durch DMSA - Dimercaptobernsteinsäure

Dimercaptobernsteinsäure (DMSA) ist wie ähnliche Chelat-Bildner eine organische Schwefelverbindung. Chelate sind Komplexe mit Metallen und können so die toxischen Ionen im Körper binden und der renalen Ausleitung zuführen. Eine besonders starke Bindung geht DMSA mit Blei, Barium, Mangan und Nickel ein. Die Lösung aus den Speicherorten im Körper ist insgesamt aber weniger effektiv als bei vergleichbaren Chelat-Bildnern. Hingegen fällt die Ausleitung wichtiger Spurenelemente geringer aus.

Die Haupt-Indikation von DMSA ist die Blei-Vergiftung. Gelegentlich wenden Ärzte DMSA auch zur Detoxifikation von Arsen und Quecksilber an, obwohl hier andere Chelat-Bildner effektiver sind. DMSA kann die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden, was als schwerwiegender Nachteil angesehen wird.

Die Medikation erfolgt 1 bis 2 Mal wöchentlich in einer Dosierung von 200 mg. Dabei wird die Injektion bevorzugt, obwohl bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes die orale Gabe wegen der direkten Platzierung am Wirkort besser ist. Bei dieser Applikation ist auch eine Dosierung bis 1.000 mg erlaubt. Stark geschwächte Patienten sollten zunächst geringere Dosierungen erhalten, die bei guter Verträglichkeit erhöht werden können. DMSA ist der Hauptwirkstoff, der im Rahmen des Protokolls nach Dr. Andrew Cutler angewendet wird. In der Schulmedizin gilt die Richtlinie, dass DMSA dem verwandten DMPS in der Effektivität unterlegen ist.

DMSA dient auch der Entgiftung akuter Bleivergiftungen. Während der Behandlung erhalten die Patienten alle 8 Stunden 10 mg DMSA pro kg Körpergewicht. Dieses Vorgehen wird 5 Tage beibehalten. Danach müssen die Patienten noch 2 Wochen lang alle 12 Stunden dieselbe Dosierung einnehmen. Wegen der Gefahr einer schwachen Chronifizierung kann die Therapie wiederholt werden, allerdings erst nach Ablauf von 2 Wochen nach der ersten Behandlung.      

Die Therapie kann von einigen Nebenwirkungen begleitet sein. Unangenehm aber nicht gefährlich ist ein den Ausscheidungen und Ausdünstungen der Patienten entströmender Schwefelgeruch. Daneben werden Verdauungsstörungen beschrieben, die sich auch mit Durchfall äußern können. Übelkeit und Blutdruckabfall können ebenfalls auftreten. Selten kann eine Neutropenie entstehen. Diese Verringerung der Zahl bestimmter Leukozyten bildet sich nach der Therapie aber wieder zurück. Fieber und Schüttelfrost kommt bei einigen Patienten vor, aber diese Begleiterscheinung ist ebenfalls nur vorübergehender Natur. Gelegentlich können kurzzeitig die Leberwerte ansteigen. Manche Menschen reagieren allergisch auf DMSA, wobei Hautreizungen auftreten können. Die Nebenwirkungen können durch die Supplementierung von Vitamin B6 und reichliche Flüssigkeitszufuhr gelindert werden.