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Entgiftung mit Natron?

Natron, das ist der Trivialname für Natriumhydrogencarbonat, einem Natriumsalz der Kohlensäure. Natron ist eine beliebte Substanz für basische Bäder, über die ein entsprechender Beitrag in Bearbeitung ist.

Die Substanz hat eine umfangreiche Liste von Verwendungen, wie zum Beispiel für Backpulver, Brausepulver, als Bestandteil von Zahnpasten, als Mittel gegen Sodbrennen wegen seiner alkalischen Eigenschaften, Antidot bei Vergiftungen und Azidosen etc.

Natron, genauer gesagt Hydrogencarbonat, ist für die Biologie von Mensch und Tier überlebenswichtig, da die Substanz Säuren im Organismus neutralisiert.

Dies beginnt bereits im Magen. Hier bilden die Epithelzellen der Magenwand einen Hydrogencarbonat-haltigen Schleim, der sie gegen die aggressive Salzsäure schützt. Andernfalls würden diese Epithelzellen sofort zugrunde gehen. Auch die Neutralisierung der Salzsäure im Dünndarm, speziell Duodenum (Zwölffingerdarm), erfolgt über die Abgabe von Hydrogencarbonat seitens der Bauchspeicheldrüse.

Daraus lässt sich bereits jetzt ersehen, bzw. ableiten, dass Natron eine optimale Substanz ist bei der Behandlung und Beseitigung einer Übersäuerung.

Natron und die Entgiftung

Wenn man die Beiträge zu Natron im Internet verfolgt, dann wird man oft feststellen müssen, dass hier Übersäuerung und Vergiftung fast gleichgesetzt werden.

Darüber hinaus muss auch unterschieden werden, wenn es um die Übersäuerung geht, zwischen einer Übersäuerung des Magens und dem damit oft verbundenen Sodbrennen und einer Übersäuerung des Blutes, welche im Extremfall zu einer Azidose führt und meist behandlungsbedürftig wird.

Natron würde sich natürlich hier aufgrund seines basischen Charakters zur Entsäuerung anbieten, nicht zuletzt auch, weil der organische Säurepuffer des Organismus Hydrogencarbonat ist. Im wässrigen Milieu dissoziiert Natron zu Natrium und Hydrogencarbonat und sorgt somit für die Entstehung eines basischen Milieus. Natrium und Hydrogencarbonat kommen in der Nahrung vor und Hydrogencarbonat wird auch vom Organismus selbst hergestellt.

Der orale Einsatz von Natron scheint damit geeignet zu sein, das Angebot an Hydrogencarbonat für den Organismus zu erhöhen und somit seine Pufferkapazitäten zu verbessern. Allerdings tritt hier ein signifikantes Hindernis auf. Und das ist der Magen.

Denn ungeschütztes Natron wird durch die Magensäure neutralisiert und neutralisiert umgekehrt die Magensäure, was zu Verdauungsproblemen führen kann. Denn in diesem Kontext ist die Magensäure nicht mehr in der Lage, der ihr zugewiesenen Aufgaben nachzugehen. Es können also ähnliche Probleme entstehen, wie man sie bereits von den Protonenpumpenhemmer her kennt. Daher empfiehlt es sich, orales Natron in einer magensaftresistenten „Verpackung“ einzunehmen.

Bislang sind wir immer noch bei der Übersäuerung beziehungsweise deren Korrektur durch eine Intervention mit basischen Mitteln.

Wie passt hier die Entgiftung?

Viele der für uns relevanten Toxine und Noxen verursachen die Entstehung von freien Radikalen, die wiederum für die Zerstörung von Zell- und Gewebestrukturen verantwortlich sind. Diese freien Radikalen sind in der Regel mit einem sauren Milieu verbunden. Daher kommt eine Neutralisierung der freien Radikale einer Neutralisierung des sauren Milieus gleich und umgekehrt.

Über diesen Zusammenhang lässt sich eine Verbindung von Beseitigung von Übersäuerung und Entgiftung herstellen. Allerdings werden mit diesen Maßnahmen nicht die Ursachen für die Entstehung eines sauren Milieus beseitigt. Und die liegen in der Regel in extern zugeführten Toxinen, zum Beispiel in der Nahrung etc., deren Entgiftung über andere Mechanismen erfolgt, an denen Natron keinen Anteil hat.

Damit kann Natron dazu beitragen, die Pufferkapazitäten des Organismus zu stärken und Tendenzen zur Übersäuerung abzufangen. Eine direkte Entgiftung der auslösenden Substanzen kann Natron nicht durchführen.

Daher sollte die Einnahme von Natron auf oraler Basis nur zeitlich begrenzt erfolgen. Viel wichtiger ist hier die Prophylaxe durch die Vermeidung von sauren Nahrungsmitteln. Dies heißt nicht, dass man Nahrungsmittel mit saurem Geschmack vermeiden soll, sondern Nahrungsmittel, die bei der Verstoffwechselung saure Metabolite erzeugen. Und als Daumenregel gilt hier, dass praktisch alle industriell erzeugten Nahrungsmittel diesem biochemischen Weg gehen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Prophylaxe ist, basischen Nahrungsmitteln den Vorzug zu geben. Basische Nahrungsmittel sind die Nahrungsmittel, die bei der Metabolisierung neutrale beziehungsweise basische Metabolite ergeben und damit die Pufferkapazitäten des Organismus nicht belasten.

Der große Vorzug von basischen Nahrungsmitteln gegenüber Natron ist, dass diese Nahrungsmittel nicht nur basischen Charakter haben, sondern auch eine Fülle an Nährstoffen, Vitaminen, Ballaststoffen etc. für den Organismus bereitstellen, die wir bei Natron vergebens suchen.

Welche Nahrungsmittel uns hierbei zur Verfügung stehen, dies habe ich in diesem Beitrag zusammengestellt: Basische Lebensmittel - Eine ausführliche Tabelle (Ohne Anspruch auf Vollständigkeit).